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Madrid
Madrid und sein Umland
Madrid ist mehr als Madrid, denn Madrid ist das Zentrum der gleichnamigen
Region, die dreiecksförmig die Metropole umschließt. Zu Madrid gehören
der Escorial Felipes II. und das franquistische Monument des Valle
de los Caidos, die Gebirgsregionen der bis über 2400 Meter ansteigenden
Sierra de Guadarrama mit den Skipisten von Navacerrada und den kleinen
Gebirgsdörfern der armen Sierra. Weiterhin gibt es die traditionsreiche
Stadt Alcala de Henares, das malerische Dorf Chinchon und die schönen
Gärten von Aranjuez. Seit 1561 ist sie Spaniens Hauptstadt und hat
sich im 20. Jahrhundert zu eine der großen europäischen Metropolen
entwickelt, die im Zentrum der Iberischen Halbinsel auf der Hochebene
der Zentralmeseta liegt. Ein Großteil der Bewohner und ihre unmittelbaren
Vorfahren strömten im Zusammenhang mit der Industrialisierung aus
allen Landesteilen in die Stadt der offenen Arme. Dieser Charakterzug
manifestiert sich im Wahlspruch der Madrilenen: De Madrid al cielo,
"Von Madrid aus in den Himmel". Madrids Himmel zeigt oft das heitere,
klare Blau der Bilder von Velazquez und Goya. Sommertemperaturen von
über 40 Grad Celsius sind nicht selten, wohingegen sich die Quecksilbersäule
des Thermometers im kurzen Winter oft um den Nullpunkt bewegt. Ideale
Reisezeit sind daher Frühjahr und Herbst. Im gesamtspanischen Vergleich
hat Madrid das höchste Pro-Kopf-Einkommen. Es ist neben Barcelona,
dem Baskenland und Asturien Spaniens bedeutendstes industrielles Zentrum.
Doch die 74 Prozent aller Beschäftigten Madrids, die im Dienstleistungssektor
tätig sind, versinnbildlichen Madrids Bedeutung als Verwaltungshauptstadt.
Madrid wurde 1992 zur Kulturhauptstadt Europas gekrönt. Allein die
Konzentration von Meisterwerken entlang der Achse Paseo del Prado
mit dem Prado-Museum nach Paseo de Recoletos Paseo de la Castellana
würde diesen Titel rechtfertigen. Weitere Kunstwerke und Museen liegen
über die Stadt verstreut, die Heimat oder Residenz so bedeutender
Künstler wie Goya, Lope de Vega, Calderon de la Barca und Cervantes
war.
Puerta del Sol
Dieses Stadttor war im 15. Jahrhundert der wichtigste
Eingang nach Madrid. Heute bilden dieses Tor und der davorliegende
Platz, neugestaltet zwischen 1859 und 1868, das eigentliche Zentrum
der spanischen Hauptstadt. Die monumentale Uhr und die Statue des
Bären sind die Wahrzeichen der Stadt
Fuente de la Cibeles
Dieser schöne Brunnen, angefertigt nach Zeichnungen von Ventura Rodriguez,
gilt heute als eines der Wahrzeichen von Madrid
Brücke von Segovia
Eine wertvolle Arbeit des Architekten Juan de Herrera, mit Rundbögen
Museo del Prado
Das vielleicht schönste neoklassische Gebäude Madrids. Errichtet 1785,
sollte es ursprünglich als naturhistorisches Museum dienen, wurde
während der napoleonischen Kriege als Arsenal verwendet und schließlich
seit 1819 als Museum für Kunst verwendet
Stadtmauern von Madrid
Überreste der Befestigungsanlagen der Stadt, maurischen Ursprungs
aus dem 9. und 10. Jahrhundert, und christlichen Ursprungs aus dem
12. und 13. Jahrhundert
Plaza de Oriente
Dieser Platz an die Ostfassade des königlichen Palasts wurde unter
Josef Bonaparte, der nach der Eroberung Spaniens durch Napoleon die
Regierung antrat, gestaltet. Die Franzosen wollten hier eine Prachtstraße
im Stil der Pariser Champs Elysées schaffen. Das Projekt wurde aber
aufgrund der Niederlage Napoleons nicht zu Ende geführt
Puerta de Alcalá
Das Tor von Alcalá, ein schöner Triumphbogen. Errichtet von Francisco
Sabatini 1778 als Denkmal für den Einzug von Karl III. in Madrid
Plaza Mayor
Philipp III. ließ diesen eindrucksvollen Platz zwischen 1617 und 1619
gestalten, um seinem Königreich zusätzliches Prestige zu verschaffen.
Die Gebäude sind meist im Renaissancestil, im Zentrum befindet sich
eine Statue des Königs, ein Werk von Juan de Bolonia und Pietro Tacca.
Im 17. Jahrhundert war die Plaza Mayor Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen
wie Theateraufführungen und Stierkämpfe. Sie diente auch den Gremien,
den Verbindungen der Handwerker und Geschäftsleute, als Versammlungsort.
1790 wurde der Platz von einem Feuer weitgehend zerstört und danach
wieder aufgebaut.
Iglesia de San
Nicolás de los Servitas
Kirche aus dem 15. Jahrhundert, mit einem Mudejar- Turm aus dem 12.
Jahrhundert
Monasterio de la Encarnación
Kloster aus dem 17. Jahrhundert, eines der bekanntesten Beispiele
des Barroco Madrileño, des Barrocks von Madrid
Iglesia de San Pedro el Grande
Kirche aus dem 15. Jahrhundert, mit Mudejar- Turm
Casa de los Lujanes
Palast aus dem 15. Jahrhundert mit schönem gotischem Portal
Palacio de Uceda (Capitanía)
Prototyp eines herrschaftlichen spanischen Hauses aus dem 17. Jahrhundert,
eine Arbeit von Gomez de Mora. Heute befindet sich darin das militärische
Hauptquartier
Casa de la Panadería
Ein sehr schönes Haus mit hervorragenden Wandgemälden
Palacio Real
Der königliche Palast ist ein eindrucksvolles Bauwerk in italienisch-klassizistischem
Barockstil. Die Arbeiten wurden unter Philipp V. von den Architekten
Juvara, Sabatini und Sachetti begonnen. Bewohnt wurde der Palast erstmals
von Karl III., ab 1714. Im Inneren finden wir zahlreiche schöne Räume
mit Kunstschätzen, herausragend ist der Thronsaal. Bemerkenswert sind
auch die Gartenanlagen, Jardines de Sabatini und Campo del Moro
Capilla del Obispo
Kapelle mit wertvollem Portal und Altar im Renaissancestil. Besonders
interessant ist das Grabmal des Erzbischof Carvajal aus Alabaster
Casa Cisneros
Ein Palast in platereskem Stil, zu Beginn dieses Jahrhunderts restauriert
und modifiziert
Monasterio de las Descalzas
Reales
Kloster mit plateresker Fassade und Renaissance-Stiegenhaus, zeigt
künstlerisch sehr wertvolle Arbeiten
Nationalbibliothek und Archäologisches Museum
Errichtet zwischen 1865 und 1896. Die Bibliothek ist eine der größten
der Welt
Casón del Buen Retiro
Gebäude aus dem Jahr 1886, in dem Arbeiten aus dem Nachlaß des großen
Malers Picasso ausgestellt sind
Botanischer Garten
Interessante Gartenanlage, gestaltet 1811 von Juan de Villanueva,
dem Architekten, der damals die urbanistische Neugestaltung Madrids
in Angriff nahm
Claustro de San Jerónimo el Real
Dieses Kloster ist ein hervorragendes Beispiel für den Renaissancestil
des frühen 17. Jahrhunderts
Palacio de Cristal
Ein wunderschöner Pavillion in Metall-Glas-Bauweise, errichtet 1887
als Wintergarten für exotische Pflanzen.
Sociedad de Autores
Das wohl schönste Gebäude modernistischen Stils in Madrid, errichtet
für den Bankier Longoria
Teatro Real
Das gewaltige Opernhaus von Madrid wurde 1818 von Cuatodio Moreno,
nach einem Projekt von Lopez Aguado, errichtet
Casa de la Villa (Rathaus)
Ein Projekt des Architekten Juan Gomez de Mora aus dem Jahr 1644,
das Gebäude war ursprünglich als Gefängnis gedacht
Teatro de la Zarzuela (Theater)
Errichtet 1856 nach dem Beispiel der Mailänder Scala. "Zarzuelas"
sind die spanischen Operetten
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